Wilder Westen Kryptosektor

The Bad, the Feared, the Greedy

Das Krypto-Ökosystem scheint aus manchem Blickwinkel Lösung und Problem zugleich zu sein — oder wie soll man all das zusammenfassen, was aktuell innerhalb dessen und in deutlich zunehmendem Ausmaß geschieht? Sparen wir uns die Antwort vielleicht für das Ende des Artikels auf. Es ist letztlich aber auch vielleicht nicht so entscheidend, worunter man es zusammenfasst, sondern wie man damit umgeht.

Bubbles in der Bubble

Für Neulinge gibt es so einiges zu entdecken, wenn man sich dem Thema „Krypto“ widmet, denn das Krypto-Ökosystem ist gewachsen und jetzt schon ein sehr komplexes. Es besteht aus einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Bereiche. Ein äußerst prominenter Bereich sind NFT, also Non-Fungible-Token. Obwohl diese nur ein kleiner Teil des gesamten Ökosystems sind, gibt es zahlreiche Künstler, Plattformen bzw. Marktplätze und Tools rund um das Phänomen NFT und der NFT-Art. So stehen NFT nun in erster Linie für bunte, gelangweilte Affen. Hat man erst mal den Code zur Ausgabe (Drop/Mint) von NFT geschrieben, ist das Ergebnis auch nicht so weit weg von Kunst — so schließt sich dann wohl zumindest thematisch der Kreis.

NFT haben dem Krypto-Ökosystem viel Sichtbarkeit in fast allen großen Medien beschert. Vielleicht zu viel in zu kurzer Zeit? Unserer Erfahrung nach drehten sich Unterhaltungen über das Krypto-Ökosystem jedenfalls fast ausschließlich um NFT, unglaubliche Gewinnspannen und digitale Kunst. Das NFT schon seit langem für Authentizitäts-, Besitznachweise und Ähnliches eingesetzt werden, darüber wurde nicht so medienwirksam berichtet, von der Möglichkeit, wirklich Großes zu verändern und nachhaltig positiven Einfluss auf den Erhalt der Menschenrechte zu üben, also Teil unserer Mission, bis jetzt ebenso wenig. Aber das ist ja auch keine Kunst. Ganz frei nach:

Kunst ist, wenn man’s nicht kann, denn wenn man’s kann, ist’s keine Kunst.

Johann Nepomuk Nestroy (1801-62), östr. Lustspieldichter u. Charakterdarsteller

Selbst ein Bein stellen

So unglücklich der einseitige Fokus auch war, nachhaltig schädlich war er sicher nicht. Gestohlene Token (Bridges), betrügerische Token (Scams wie OneCoin), fehlerhafte Token (Smart Contracts mit Fehlern), geraubte Token (Einbrüche), aber auch risikohafte Unternehmenskonstrukte wie z. B. bei Nuri, die dann durch eine Pleite von Celcius Network komplett mit in den Abgrund gezogen wurden, sind die Smells die man sich ansehen sollte. Von der kurz vorher ereigneten Pleite des Krypto-Hedge-Fond Three Arrows Capital
mal ganz zu schweigen.

So viel Potenzial und Kapital könnte für das Krypto-Ökosystem in einer wahren Erfolgsgeschichte enden. Wären da doch bloß nicht die üblichen Gauner, Ganoven und Wegelagerer. Es scheint, als gäbe es Parallelen zur Zeit des Yukon-Goldrausch. Vielleicht hat die NFT-Welle die Schattenseiten und Miseren auch einfach schön übertüncht. Wenn es kein anderer übernimmt, stellt man sich halt selbst ein Bein.

Brücken bauen

Gerade bei den Projekten, die Brücken bauen wollen, haben kleine Fehler mitunter fatale Auswirkungen. Besonders auf die Glaubwürdigkeit und Maturität des gesamten Krypto-Ökosystems. Hier ein Auszug aus den bekannteren Bridge-Fails, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Ronin Bridge ($600 Millionen)
  • Qubit Bridge ($80 Millionen)
  • Wormhole Bridge ($320 Millionen)
  • Meter.io Bridge ($4.4 Millionen)
  • Poly Network Bridge ($610 Millionen, die zurückgegeben wurden)

Unabhängig ihrer konkreten Verortung im Blockchain-Ökosystem sind derartige Ereignisse häufig mit hohen Verlusten – oftmals für die Anleger, die Gläubigen verbunden. Bleiben die Gläubigen danach aus, kommen die eigentlichen Probleme zum Tragen, denn ohne Gläubige, keine Kirche – das Problem kennt man aktuell auch in anderem Kontext.

Verlässlichkeit

Das ist doch ein elementarer Bestandteil eines funktionierenden Finanzsystems. Wie wäre es, wenn Abbuchungen am ATM (Geldautomat) auch nur für Stunden nicht möglich sind? Wer erinnert sich an den Ausfall des Zahlungsgerätes (Terminal) und dem damit verbundenen Chaos vor Kurzem in ganz Deutschland? Das alleine reichte für Nachrichten zur Prime-Time auf ARD/ZDF und kritischen Fragen.

Dann kommen Blockchains wie z. B. Solana (das ist kein Urteil über die Lösung/Software, sondern über den Reifegrad), die mit Ausfällen, mit starken zeitlichen Verzögerungen und letztlich mit der Abschaltung einer hohen Anzahl Validatoren-Nodes zu kämpfen hat und somit ein Gefühl von Beta-Status aufkommen lassen. Sollte eine Blockchain denn im besten Fall nie ausfallen und danach auch nicht wirklich?

Try, Fail, Learn, Repeat

Egal wie ärgerlich die vorgenannten Ereignisse für den ein oder anderen unter uns waren oder noch und auch wieder sind, so sind diese aber ebenfalls Daten, Signale und somit auch eine Gelegenheit gegenzusteuern.

Aus der Sicht der Skeptiker sind derartige Vorkommnisse wie Öl im Feuer und für das Ökosystem ergo mindestens so gefährlich wie Scams und alle anderen Desaster. Während nun die Ersten vom 9/11 des Krypto-Ökosystems schreiben, sind wir der festen Überzeugung, das es spätestens jetzt zwangsläufig zur dringend notwendigen Bereinigung kommen wird, so richtig verwundert sind wir nicht.

Für wie wahrscheinlich hätte man es denn einschätzen sollen, dass die primitivsten Motive und auch Schwächen der Menschen sich in neuen Finanzsystem (DeFi) nicht in gleicher Wahrscheinlichkeit und Ausprägung zeigen wie im etablierten Finanzsystem (TradFi)?

Auch wenn in einigen Fällen vielleicht eine Menge Naivität oder kriminelle Energie als Auslöser verantwortlich ist, hat sich doch auch viel zu oft die Weisheit „Gier frisst Hirn“ bewahrheitet – egal in welchem System.

Externe Einflussfaktoren

Das Krypto-Ökosystem existiert nicht im luftleeren Raum, es ist äußeren Einflüssen erlegen. Sicherlich keine wirkliche Überraschung, denn woher kommen die Gegenwerte der ganzen Token — richtig, meist aus externem Kapitalzufluss.

Ein weiterer Faktor wären Einflüsse durch die Ansätze zur Regulierung der neuen Märkte (EU/MiCA). So kritisch die bisher eingebrachten Ansätze zur Regulierung betrachtet wurden, so sehr liefern viele der zuvor geschilderten Vorkommnisse weitere Argumente. Sicherlich auch gegen geplante Ansätze wie „zentralisierte Wallets“ zu erzwingen. So muss man sich hier nur die Auswirkungen der Implosion von FTX ansehen, um zu realisieren, wie schlecht die Idee zentralisierter Wallets ist.

Die Einflüsse machen deutlich, wie stark die Bindung „an“ und der Vergleich „mit“ dem klassischen Finanzsystemen das Potenzial hemmt. Darüber hinaus existiert eine erhebliche Korrelation zur Tech-Börse Nasdaq. Der Kapitalfluss im Markt ist auch nicht vor dem allgemeinen Weltgeschehen gefeit. Das zeigt sich nicht nur durch Kurs-beeinflussende Tweets eines Milliardärs, sondern in Zeiten von Krieg auch durch hohe Inflation, teure Energie, Materialverfügbarkeit usw. Dass wir es mit einem funktionierenden Ökosystem zu tun haben, zeigen die fortwährenden Investitionen. Denn trotz der großen Pleiten fließt mit 33 Milliarden US-Dollar weiterhin erhebliches Kapital in Krypto-Projekte.

Weniger ist Mehr

Zu viele Köche verderben den Brei.

Alte deutsche Redewendung

Für die Krypto-Bewegung scheint diese Redewendung wahrlich gut gewählt zu sein. Zumindest auf den Bezug der Zusammen- oder eben Nicht-Zusammenarbeit. Es scheint, als hätte das Gross aus der Entstehung des Web1 bis hin zum Web2 und dessen heutigen Stand nicht viel gelernt. Vielleicht zeigt sich aber auch aus anderen Beweggründen das Not-Invented-Here-Syndrom. Woran es auch liegen mag, so manches Mal wünschten wir bei wunderbon uns, die Open-Source-Bewegung hätte mehr abgefärbt. Etwas, bei dem wir mit der Sicht von Tim Berners-Lee überein kommen.

Promintente Kritiker

Web3 hat nichts mit dem Web zu tun

Tim Berners-Lee auf der Web Summit Tech Conference in Lissabon 11/2022

Der Tenor seiner Aussagen ist gar nicht so weit weg von den unseren. Allerdings unterscheidet sich unsere Sicht deutlich in Bezug auf vorgenanntes Zitat. Ganz so eine harte Absage, wie Tim Berners-Lee sie dem Web3 erteilt hat, wird dem Entwicklungsstand, aber vor allem auch dem Potenzial des Web3, oder sagen wir der Distributed Ledger Technology (DLT), nicht gerecht.

Wir finden keine Gründe, weshalb sich (s)eine Vorstellung von (s)einem Web 3.0 nicht mit der Web3-Bewegung und Entwicklung übereinbringen ließen? Vielleicht ist der Widerspruch für ihn aber auch eher im (s)einem anderen Ansatz begründet, welchen er mit seinem Start-Up Inrupt gerade im Markt platzieren möchte. Da hier gerade erst 30 Millionen US-Dollar investiert wurden, dürften seine protektiven Aussagen diesbezüglich zwar verständlich, aber ggf. auch nicht ganz uneigennützig und vor allem nicht neutraler Natur gewesen sein. Sein Open-Source-Mindset täte der Krypto-Ökosystem wahrscheinlich dennoch gut.

Wir sind jedenfalls fest davon überzeugt, dass das Web3 (Blockchain / DLT) elementarer Teil des Web 3.0 sein wird. Die größte Herausforderung aus unserer Sicht ist nach wie vor einfacher Zugang in diese neue Welt. Wo sind also die Brücken zur realen Welt und die Lösungen, die uns die Realität angenehmer und unser Leben leichter machen? Aus unserer Sicht fehlt es an exakt diesen Brücken. Wo (noch) nichts verbindet, trennt doch (noch) etwas.

DeFi für die Massen

So wäre es schön. Doch stattdessen stellt sich wohl mehr der AOL-Effekt ein. Anstatt aus der Entstehung des Internet wie wir es heute kennengelernt und auch verstanden zu haben, werden offensichtlich die gleichen Fehler erneut begangen. Die älteren Leser unter uns werden sich vielleicht daran erinnern, wie wichtig ein einheitlicher und einfacher Zugang ist. Doch offensichtlich zeichnet sich ein erneutes „AOL-Gate“ ab.

In den 90ern war AOL oder besser America Online einer der größten Anbieter für den Zugang zum Internet. Allerdings nicht so, wie wir es heute kennen. Es war die Kunst von AOL, das, was einfach toll ist, hinter einer absolut lästigen Fassade zu verstecken. Der Zugang wurde um AOL 8.0 herum dann letztlich dank Vereinheitlichung durch Standards (PPTP) so verändert, dass sich der direkte Aufruf von Internetseiten in einem Browser als der normale Zugang zum Internet, wie wir ihn heute kennen, etabliert hat und Ende August 2006 (mit Version 9.0) wurde AOL durch die amerikanische Stop Badware Coalition auch endlich richtig eingestuft. Nämlich als „Badware“. Das passt doch. Dennoch litten die Nutzer mehr als eine Dekade an AOL. Das muss sich doch nicht wiederholen.

Lässt man Opera und den Crypto-Browser (bei dem wir die Befürchtung haben, er könnte ein neues AOL werden) außen vor, ist noch nicht viel zu sehen, dass einen leichten Zugang oder niedrige Einstiegshürden sicherstellt. Wo ist der einfache Einstieg in die tolle Welt der dezentralen Finanzen. Vor allem wo ist die Brücke, die nicht nur einen Teil der Bubble als Spekulationsobjekt vermarktet.

Verbinden was zusammengehört

Während die einen vom anhaltenden Krypto-Winter sprechen (passt doch zur kommenden Jahreszeit) sind wir der Auffassung, das es nun um so wichtiger ist, Brücken zu bauen, um mehr als eine Bubble zu bleiben. Brücken zwischen Web1, Web2 und Web3, zwischen Offline und Online und vor allem weiterhin zwischen den Blockchains. Das Gefühl der globalen Vernetzung und Teil davon zu sein, war doch schon die elementare Magie des Internet und wahrscheinlich das Geheimnis seines Erfolgs.

wunderbon ist angetreten, mit der Mission Brücken zu bauen und die Lücke zwischen tollen Blockchain-Projekten und den Problemen der realen Welt zu schließen. Unser Ziel ist es, Menschen ihren Alltag mit einer intuitiven Lösung zu vereinfachen. Eine Lösung, die dem Handel die Zügel zurück in die Hand gibt und Endkunden gleichzeitig ermöglicht, souverän über die eigenen Daten und deren Verwendung zu verfügen.

Wir zeigen das Plattform auch ohne tiefen Blick in die Daten funktioniert und alles Ende-zu-Ende-verschlüsselt abgewickelt werden kann. Was unser Geheimnis ist? Der Mensch steht bei uns stets im Fokus.

Von Mensch zu Mensch

Ein Finanzsystem von Mensch zu Mensch wird alles verändern. In der heutigen Zeit besteht für Banken keine Daseinsberechtigung mehr per se. Um Werte zu verwahren und diese zugänglich zu machen, bedarf es bei gleichzeitig fortschreitender Einschränkung des Service, Erhöhung und Schaffung neuer Gebühren keine Kreditinstitute mehr. Sie schaffen sich aufgrund fehlender Innovation quasi selbst ab. Doch auch Payment-Anbieter und weitere dem Weg entlang lagernde Institutionen sind unserer Einschätzung für den vollständigen Wandel nicht von Nöten.

Bei der vollständigen Digitalisierung des Bargeldes müssen weder einzelne Staaten noch das alte Finanzsystem notwendigerweise Teil davon sein. Landesgrenzen spielen keine Rolle und man könnte Schnittstellen für das traditionelle Finanzwesen (TradFi) bieten (z. B. für klassische Anlageformen und Transaktionen).

Die Zeit für die Veränderung ist längst reif und mit der Verfügbarkeit toller Distributed-Ledger-Technologie ein wichtiger Meilenstein erreicht. Es scheint der richtige Zeitpunkt zu sein, die Entstehung des Finanzwesens zu vergessen und neu zu denken.

Finanzsystem neu gedacht

Ein offenes System für alle Menschen — mit der Möglichkeit, digital zu bezahlen, unabhängig davon, ob man ein Konto besitzt oder Kunde einer Bank ist – bei gleichem Komfort. Darüber hinaus die gleiche Vertraulichkeit wie bei der Zahlung mit Bargeld.

wunderbon ist eine sogenannte Blockchain-Layer-3-Lösung, gebaut auf den Schultern von Riesen — bewusst ohne den Betrieb einer eigenen Blockchain, ohne die Ausgabe einer eigenen Währung. Wir nutzen, was existiert und verbinden Menschen in aller Welt. Das wunderbon Netzwerk ist offen für alle und durch eine simple API von außen ansprechbar. Aktuell sind wir eine Brücke vor allem zwischen dem Web, wie es existiert, den analogen Schnittstellen für Bezahlung und sicherlich von Mensch zu Mensch.

Die wunderbon Privacy Wallet ist der Zugang zur sicheren Ende-zu-Ende-verschlüsselten QR-Code Payment Plattform und sicheren digitalen Diensten, bei denen der Nutzer stets die volle Kontrolle über seine Daten hat. Alles sicher verpackt in einer App, die dem Vorbild von Apple folgt. Sie steht für die Verschmelzung zwischen realem und digitalen bei jedem Einkauf und liefert hilfreiche digitale Inhalte und Mehrwerte zur analogen Existenz.

In Kürze ist unsere Privacy Wallet für iOS und Android öffentlich verfügbar.
Wir haben den Grundstein für ein neues, vollständig Ende-zu-Ende-verschlüsseltes, sowie vertrauliches Mensch zu Mensch Finanzökosystem gelegt und jetzt fehlst nur noch du!


Foto von Adam Nir auf Unsplash